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Schon seit einer Ewigkeit „Sajnos, nincs“ oder kiwitt, habatt, habatt, habatt, kiwitt, habatt (ungef

Eine Menge ist passiert, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Ich war in Istanbul, habe Transsylvanien unsicher gemacht und mich wieder mal mit Leib und Seele ungarischer Gipsymusik verschrieben, ohne sie auch nur ansatzweise zu verstehen. (eigentlich auch nur mit der Seele, das mit dem Tanzen verbietet sich ja für mich irgendwie aufgrund übermäßig groß geratener Körperteile und damit verbundener Ungelenkigkeit)

Aber der Reihe nach: Istanbul.

Ich werde diesmal nicht ganz soviel zum großen Tor zwischen „Irgendwie so wie bei uns, nur tausendmal größer“ (Okzident) und „Aber eigentlich doch ganz, ganz anders“ (Orient) schreiben. Es war eine andere Erfahrung, als beim ersten Mal. Da ich ja nun schon einen bescheidenen Teil der Stadt kannte, konnte mich diesmal irgendwie etwas mehr auf die Türkei und die Leute konzentrieren. Hat nicht geklappt und trotzdem habe ich ne Menge Erfahrungen mitgenommen. Die Türken haben ein unglaubliches Vertrauen in ihre Mitmenschen. Wenn der Bus mal wieder so voll ist, das man nicht mal bis zum Fahrer vorzudringen kann und eigentlich schon froh sein kann, das man den letzten, eigentlich nicht vorhandenen, Platz in der Menschenmenge ergattern konnte, der dann seinerseits nochmal für die 3 nachfolgenden Fahrgäste bereitwillig komprimiert wird (was auf vielen Strecken eigentlich zwischen morgens um 7 und abends um 10 immer der Fall ist), ist man trotzdem gezwungen, vom Akbil (der Fahrschein in Form eines kleinen Magnetknopfes, der so ähnlich aussieht wie eine Knopfzellenbatterie) eine Fahrt abbuchen zu lassen. Istanbuler Busfahrer merken sich immer alle Fahrgäste, habe ich mir sagen lassen, also sollte sich jeder in Acht nehmen, der ein Entwerten nicht für notwendig befindet. Wie aber soll das ganze von statten gehen in so einer Situation? Ganz einfach: Man gibt sein Akbil, meistens im Verbund mit Haustürschlüssel (!!!) einfach an den nächsten weiter und der macht dann dasselbe, bis er vorne entwertet werden kann. Dann wandert der Fahrschein zurück, bis er wieder wohlbehalten bei einem ankommt. Diese Technik funktioniert tatsächlich und niemals habe ich bis jetzt gehört, dass einem dabei mal der Schlüssel gestohlen worden wäre. Unglaublich, in Deutschland unvorstellbar und irgendwie ein Stück heile Welt im größten Chaos, was ich je erleben durfte. Und damit wären wir beim zweiten unbedingt zu Erwähnenden im Bezug auf Istanbul dieses mal: diese Stadt ist ein riesiger Moloch voller Stress und Chaos. Ein besonders schöner ohne Frage und einer, in dem sich dieses Chaos in eine mehr oder weniger funktionierende Gesellschaft zusammenfügt. Was wohl auch daran liegt, das die Istanbuler Weltmeister im Verdrängen zu sein scheinen: jeder Bewohner der Stadt weiß um die akute Gefahr des Erdbebens, das die Stadt wohl in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten heimsuchen wird und jeder weiß, das die Folgen nicht abzuschätzen sind und dermaßen schrecklich werden könnten, das sie alles andere bisher dagewesene warsch. in den Schatten stellen würden. In Istanbul leben mehrere Millionen Leute in abrissreifen Häusern, Zugezogene aus Anatolien, die sich ihr persönliches Glück und Erfolg erhoffen. Niemand kann sich eine erdbebensichere Wohnung leisten. Und auch sonst: wenn eine 17 Millionen Einwohner Stadt von einem schweren Erdbeben heimgesucht wird… ich möchte das nicht unbedingt ausmalen…

Also noch mal zurück zum Stress: ich weiß nicht, warum mir das das letzte mal nicht aufgefallen ist, aber nach 10 Tagen Istanbul, war ich froh, wieder in meinem „Dorf“ Budapest zu sein. Hier ist alles entspannt und ruhig. Und wenn ich das zu einer 1,7 Millionen-Stadt sage, dann wisst ihr ungefähr, wie Istanbul  so ist. Ich war schlicht und einfach überfordert diesmal. Was aber nicht heißt, das es nicht wunderbar gewesen wäre und keinen Spaß gemacht hätte. Aber nach 10 Tagen wars dann genug. Ich wollte auch endlich mal wieder Tomaten kaufen, ohne dafür handeln zu müssen… J

 

„Kurt Schwitters: An Anna Blume

Oh Du, Geliebte meiner 27 Sinne, ich liebe Dir!
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, ---- wir?
Das gehört beiläufig nicht hierher!
Wer bist Du, ungezähltes Frauenzimmer, Du bist, bist Du?
Die Leute sagen, Du wärest.
Laß sie sagen, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht.
Du trägst den Hut auf Deinen Füßen und wanderst auf die Hände,
Auf den Händen wanderst Du.
Halloh, Deine roten Kleider, in weiße Falten zersägt,
Rot liebe ich Anna Blume, rot liebe ich Dir.
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, ----- wir?
Das gehört beiläufig in die kalte Glut!
Anna Blume, rote Anna Blume, wie sagen die Leute?
Preisfrage:
1. Anna Blume hat ein Vogel,
2. Anna Blume ist rot.
3. Welche Farbe hat der Vogel?
Blau ist die Farbe Deines gelben Haares,
Rot ist die Farbe Deines grünen Vogels.
Du schlichtes Mädchen im Alltagskleid,
Du liebes grünes Tier, ich liebe Dir!
Du Deiner Dich Dir, ich Dir, Du mir, ---- wir!
Das gehört beiläufig in die ---- Glutenkiste.
Anna Blume, Anna, A----N----N----A!
Ich träufle Deinen Namen.
Dein Name tropft wie weiches Rindertalg.
Weißt Du es Anna, weißt Du es schon,
Man kann Dich auch von hinten lesen.
Und Du, Du Herrlichste von allen,
Du bist von hinten, wie von vorne:
A------N------N------A.
Rindertalg träufelt STREICHELN über meinen Rücken.
Anna Blume,
Du tropfes Tier,
Ich-------liebe-------Dir!“

 

Lang lebe der Dadaismus. Oder Surrealismus. Oder, oder, oder.

Nun zu Rumänien:  Geil, geil, geil. Und natürlich ganz anders als Istanbul. Anstatt Sammeltaxis überall Pferdekutschen auf der Straße. Auf jeden Barbier in Istanbul kommt ein Schafshirte in Transsylvanien. Und auf jeden Straßenhund in Istanbul kommt einer in Siebenbürgen (was meines Wissens dann doch in etwa dasselbe ist wie Transsylvanien…da lasse ich mich aber gerne berichtigen).

Zur Landschaft: atemberauend und jeder, dem sich die Möglichkeit bietet, sollte sich mal en Auto mieten und einfach durch selbige fahren. Und zwar Nebenstraßen!!! Die meisten sind besser als man denken würde. Und bei den richtig kleinen muss man dann halt Schritttempo in Kauf nehmen. Aber man ist ja nicht da, um schnell von A nach B zu kommen. Der Weg ist das Ziel, liebe Genossinnen… (ja, dafür gibt’s doch glatt 5 Euro in mein persönliches Phrasenportemonaie…von mir für mich). Berghänge mit Schafsherden und Hirten, alte lachende Frauen, alte böse schauende Leute, die sich wundern, was die komischen Leute mit dem neuen ungarischen Auto bei ihnen in der Pampa wollen, Schweine, die das alles gar nichts angeht, Hunde und Katzen, die es sich zutrauen, es mit Autos aufzunehmen; das sind die Sachen, die einen in Rumänien erwarten, gepaart mit sehr schönen Städten (zu empfehlen sind unbedingt Cluj-Napoca (Klausenburg), Sibiu (Hermannstadt) und Braşov (Kronstadt) und einem atemberaubenden Stück Karpaten. Hinfahren. Unbedingt!!! Und fragt Herrn Werkmeister, der wird das bestätigen.

Was man in Siebenbürgen außerdem mitkriegt (wenn man das Glück hat, einen Dozenten in Budapest zu haben, der gleichzeitig noch Professor in Cluj ist und auch noch dort aufwuchs), ist, wie stark sich einzelne Volksgruppen in ganz Ost/Südosteuropa (für Deutsche) bzw. Mittel/Südmitteleuropa(???)(für „Mitteleuropäer“… wenn Europa bis zum Ural geht, dann liegt Ungarn zum Beispiel genau in der Mitte) vermischen. Da dies aber wohl für jedes Land einzeln betrachtet werden sollte, werde ich neben dem bescheidenen Wissen, was ich über die Ungarn bis jetzt hier breit getreten habe und welches auch nur auf Erzählungen des selben Professors aus Cluj beruht, nur noch kurz auf Rumänien eingehen, und auch die erhebt nicht wirklich Anspruch auf Vollständigkeit. In Rumänien sind bis heute 3 Bevölkerungsgruppen stärker vertreten. Die Rumänien (Sicher der größte Teil), die Deutschen (man nennt sie Sachsen…jaja, aber dazu später mehr) und die Ungarn. Eigenartigerweise siedeln die meisten Ungarn bis heut an der Ostgrenze Rumäniens, hier haben die meisten Städte als ersten Namen noch den Ungarischen, die Deutschen im Sachsenland etwa im Süden Transsylvaniens. Natürlich gibt es hier keine Städte, wo 70 % Deutsche leben, oder so, aber viele sind der deutschen Sprache noch mächtig. Oder der ungarischen. In Cluj wurden wir in der Kneipe auf Ungarisch angesprochen. Der Reiseführer meinte sogar, man könne von der meisten Dreisprachigkeit erwarten. So viel  Dreistheit können sich wohl auch nur deutsche Reiseführerautoren einfallen lassen. Wie dem auch sei, Rumänien war ein Teil des Schutzwalles gegen die Türken, weshalb man irgendwann deutschsprachige Luxemburger aufgrund ihres Know-Hows im Städtebau und ihrer „fortgeschrittenen“ Kultur nach Rumänien lockte, in dem man sie als freie Bürger dort leben ließ, sie wurden also aus der Leibeigenschaft befreit. Da die Rumänen aber meist nur mit den Sachsen Handel treiben, waren für sie irgendwann alle Deutschen Sachsen (nehmt euch ein Beispiel daran, Länder dieser Welt… wir benennen Deutschland in Sachsen um, vor so einem Land könnte auch niemand Angst haben, niedlich wie das klingt… und wie die erst sprechen…oder um mit Olaf Schubert zu sprechen: ich dachte, da kommen die Sorben, sich rächen&hellipund deswegen heißen die Deutschsprachigen in Rumänien bis heute Sachsen. Und Ungarn leben dort, weil dieses Land eben auch lange Zeit zu Ungarn gehörte. Was uns mal wieder lehrt: man versteht die mitteleuropäischen Staaten nur mit ihrer Geschichte und der Geschichte der heute dort lebenden Minderheiten aus den Nachbarländern.  Überall werden diese Minderheiten ähnlich bescheiden behandelt, meist schaut man auf sie mit Groll aufgrund lange zurückliegender Gräueltaten oder Territorienabtretungen (okkasioneller Neologismus…wird auch nie wieder verwendet, versprochen) und kommt irgendwie nicht auf die Idee, aufeinander zuzugehen. Leider. Liner stumpf auf eignem Recht beharren als in ne bessre Zukunft starren. (wenn ich damit nicht die goldene Himbeere für den schlechtesten Reim kriege, womit dann?)

 

 

Element of Crime: Kopf aus dem Fenster:

 

„Kopf aus dem Fenster und Arme auf´s Brett
und dann scheiss auf den Kaktus
der ist böse und heiß und ich fett und verdorben -
und du so nett.

Nimm den Fuß von der Bremse, ich muss ins Bett.
Wer nicht geht kommt nie wieder.
Wer bleibt ist nie weg.

Kopf unter Wasser und Füße im Sand
und dann scheiss auf die Hummer,
die sind bösen und heiß und bringen Kummer und Elend,
an jedem Strand.

Nimm die Hand von der Hupe - ich will an Land.
Wer nicht schwimmen kann, taucht.
Wer nichts taucht - runter vom Strand.

Was für Cloppenburg "Pfanni" ist, bist du für mich
und dann scheiss auf Metaphern,
die sind böse und heiß und im Gesicht hab´n sie Pickel,
die sind nicht schön.

Nimm die Hand aus dem Auge, ich will dich seh´n.
Wer nicht sitzen kann, liegt.
Und wer liegt, kann nicht mehr steh´n.

Würste und Brote und Gurken auf Eis
und dann scheiss auf die Mayo,
die ist böse und heiß.

Tu die Hände an´s Steuer
wir fahr´n im Kreis.
Glücklich ist der, der seinen Namen noch weiß.
Wer nicht fahren kann, läuft.
Wer nicht läuft, dreht sich im Kreis“

 

Und nun zum Schluss noch ein Tip von mir, der mir sehr am Herzen liegt. Wer sich diesem widmet, wird die Überschrift vielleicht auch verstehen. Anklicken und genießen:

http://www.myspace.com/parnograszt

 

In dem Sinne fallen mir jetzt die Augen zu und ich werden träumen: kiwitt kiwitt kiwitt hawatt kiwitt hawatt hawatt… oder so.

Leidtextvorschläge werden immer gerne genommen. Noch lieber Übersetzungen. Aber Vorsicht: es handelt sich hierbei um eine Mischung aus Ungarisch und Rumänisch (und warsch. auch noch eines speziellen Dialektes…wer weiß und dabei wird nicht Lied für Lied die Sprache getauscht, viel eher wohl so um die 3 mal pro Satz. Je nachdem. Ich werde sie mir auf jeden Fall am 10.Dezember inBUdapest anschauen. Das wird legend…wait for it…ary.

 

Grüße

 

Der olle Hoffmannersen

 

 

PS: da ja hier niemand an den sinnlosen Vokalwidmungsgewinnspielen teilnimmt widme ich heute jedes A, einem langjährigen Weggefährten und getreuen Freund. (Achtung Pathos: )Jede noch so spontane und bescheuerte Anwandlung wird /wurde mit Handschlag besiegelt und durchgezogen. Das lehrt uns: verspreche niemals leichtfertig etwas, das du danach nicht zu halten gewillt bist. Unser beider Versprechen bezüglich geiler, aber fixer Ideen brachte uns bis heut nach Dänemark, Hamburg (für ein halbes Jahr), zu einer Cocktailbar in einer Turnhalle, in der wir dem Barbesitzer der Halle die Show stahlen, zu einer eigenen mobilen Cocktailbar (die übrigens wieder mal reaktiviert werden sollte), nach Rokitnice (schreibt man das so???), nach Venedig, Ljubljana, Zagreb, Split, Dubrovnik, Podgorica, Tirana, Athen, Thessaloniki, Istanbul und ganz kurz nach Belgrad. Und und und…

Ich nutze hiermit diesen Weg um dich an die nächste große, wahrscheinlich bekloppteste und interessanteste Reise zu erinnern. Wenn wir´s mal haben (monetär) wollten wir nach Hongkong oder Peking mit dem Auto. Behalt´s im Auge, ich vergess es nicht… ;-)

 

Grüße an

 

„Da zieht´s dir voll die Ballpumpe aus´m Elch“-„Da kannste dich in Karatschi mit der Radkappe rasieren“-„Das ätzt wie Atta in der Zuckertüte“ - Rosner

26.11.09 04:51
 


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